PPZ - Pflegepraxiszentrum Nürnberg | Füller Manuela
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Fragen an Frau Manuela Füller

Seit wann sind Sie im PPZ Nürnberg dabei und in welcher Funktion unterstützen Sie das PPZ? Was sind Ihre Aufgaben?

Im PPZ bin ich seit 2017, also von Anfang an dabei. 

Meine Funktion ist die Vertretung des Trägers Diakoneo im Konsortium, als einer der sechs Konsortialpartner des Pflegepraxiszentrums Nürnberg. Eine Aufgabe der Mitglieder des Konsortiums ist es, zur Entscheidungsfindung der zu erprobenden digitalen Technologien und Innovationen in der Pflege beizutragen. D. h. unter anderem, die Analyse, Bewertung und Auswahl einer Technologie hinsichtlich der ethischen, rechtlichen, sozialen und ökonomischen Aspekte sowie die Betrachtung der Praktikabilität in der Anwendung und die Einschätzung der tatsächlichen Entlastung der Pflegenden und des pflegebedürftigen Menschen. Ziel ist es, den Nutzer:innen und zukünftigen Anwender:innenn die Auswahl einer Technologie in Bezug auf ihren Praxiseinsatz und -nutzen zu erleichtern und den Unternehmen Erprobungssettings und Beratung anzubieten. Diakoneo bringt in seinen Einrichtungen neue und innovative Pflegetechnologien im stationären und ambulanten Pflegesetting zum Einsatz. Im Vordergrund steht immer der Nutzen der Technologie für den pflegebedürftigen Menschen, seine Angehörigen und die Pflegekräfte.  

 

Was treibt Sie an, was motiviert Sie an der Arbeit im PPZ?

Wir brauchen die digitale Transformation im Pflegebereich durch moderne Technologien und Innovationen dringend, um die Pflegekräfte und die pflegebedürftigen Menschen im Pflegealltag zu unterstützen. Die personelle Situation im Pflegebereich wird sich weiter verschlechtern – wir müssen alles tun, um die Arbeit der Pflegenden sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich zu unterstützen. Die Arbeit im PPZ eröffnet Perspektiven, durch innovative, digitale Technologien einen Beitrag beizusteuern.  

Unser Ziel muss es sein, Pflegekräfte und pflegebedürftige Menschen durch moderne digitale Technologien und Innovationen im Pflegealltag zu entlasten und ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Für pflegende Angehörige und den pflegebedürftigen Menschen selbst können moderne digitale Technologien im Alltag unterstützen und Pflege und Betreuung erleichtern. Das PPZ Nürnberg berät die Unternehmen zu den Bedarfen, möglichen Verbesserungen, Bedienbarkeit und zur praktischen Anwendung ihrer Produkte. Dies können zum Beispiel kleine Anpassungen der Produkte sein, die für die Anwender:innen jedoch eine große Wirkung entfalten.   

Mit digitalen Technologien und Innovationen können neue Wege zur Entlastung der Pflegenden und zu Pflegenden aufgezeigt und beschritten werden. Im PPZ werden diese Wege beschritten und Chancen und Risiken beleuchtet und aufgezeigt. Beispiele hierfür sind ein Sensorpflaster, welches als ein digitaler Assistent eine Positionsbestimmung, ein Lagerungssignal und eine Sturzerkennung signalisieren kann oder ein sog. Aufstehbett, welches dem pflegebedürftigen Menschen zum Erhalt seiner Selbstständigkeit dienen kann.  

 

Was ist in Ihren Augen der größte Mehrwert, wenn es um den Einsatz von Technologien in der Pflege geht?

Der größte Mehrwert liegt aus meiner Sicht in der Entlastung. Entlastung der Pflegekräfte, Entlastung pflegender Angehöriger und Entlastung des pflegebedürftigen Menschen. So kann beispielsweise eine elektrisch stufenlos höhenverstellbare und teils neigbare Lift-Toilette die Selbstständigkeit erhalten bzw. die Pflege erleichtern und zur Gesundheitserhaltung und/oder –förderung der Pflegenden beitragen. Die freigewordene Zeit kommt den pflegebedürftigen Menschen in Form der Zuwendung und der „Care“ – Arbeit und der Fürsorge zugute.  

Wenn Sie Gesundheitsminister:in wären, welche Maßnahme würden Sie im Sinne der Pflege als Erstes umsetzen?

Als Gesundheitsministerin würde ich die Arbeitszeit in der Pflege auf max. 35 h bei einer Vollzeitbeschäftigung bei gleichem Gehalt reduzieren. Für die fehlenden 5 h würde ich sinnvolle digitale Technologien im ambulanten und stationären Bereich sowie in den Kliniken implementieren und neben dem Pflegeschlüssel einen Technikschlüssel in der Pflege einführen.  

 

Hand auf’s Herz: Welche Rolle spielt die Anwender:innen-Akzeptanz und die User Experience von neuen Technologien heute und in Zukunft?

Die größte Rolle – und ich würde sagen – heute und auch in Zukunft. Wenn Technologie nur mit hohem Zeitaufwand und hoher Komplexität in der Anwendung eingesetzt werden kann, wird sie keine Akzeptanz finden. Der Kunde / die Kundin und sein / ihr Verhalten muss bei der Entwicklung von neuen Technologien vordergründig berücksichtigt werden, wenn sich eine neue Technologie am Markt bewähren soll. Ein hohes positives Nutzererlebnis räumt mit Vorurteilen, Verunsicherung und Skepsis auf. Wenn das digitale Produkt oder die Technologie attraktiv wahrgenommen wird, intuitive Bedienung möglich ist und die Nutzung einfach ist, Spaß macht und zur Erprobung einlädt, beeinflusst dies die weitere Anwendung.  

 

 

Vielen Dank