PPZ - Pflegepraxiszentrum Nürnberg | Würdig Jacqueline
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Fragen an Frau Jacqueline Würdig

Seit wann sind Sie im PPZ dabei und in welcher Funktion unterstützen Sie das PPZ? Was sind Ihre Aufgaben? 

Seit Gründung des PPZ-Teams NürnbergStift, also Juni 2018. Unsere Büros waren damals noch leer und es herrschte Aufbruchsstimmung. Eine aufregende Zeit! Von Anfang an mitgestalten zu können – einfach genial. 

Als Dipl. Sozialpädagogin habe ich viele Jahre im Klinikbereich mit Schwerpunk Geriatrischer Rehabilitation Erfahrungen hinsichtlich Teamarbeit und Prozessen in der Pflege sowie Krankheitsbildern, Ressourcen und Bedarfen alter Menschen sammeln können. Jetzt unterstütze ich das PPZ als Projektmanagerin und meine Hauptaufgabe besteht darin, die Produkterprobungen im NürnbergStift zu planen, vorzubereiten, zu begleiten und auszuwerten. Dabei ist neben Projektmanagement-Methodiken und -Instrumenten auch mein Know-how aus der Praxis sehr hilfreich. Man kann Projekte in der Pflegepraxis nicht einfach geradlinig planen und abwickeln. Oftmals ist es erforderlich, Schleifen zu ziehen und nachzusteuern. Das setzt aktives Zuhören und Wahrnehmen sowie Verständnis und Einbeziehung von sich bedingenden Faktoren voraus. Andernfalls stolpert man immer wieder über die gleichen Hürden. 

Was treibt Sie an, was motiviert Sie an der Arbeit im PPZ?

In den nun bald vier Jahren haben sich mein Wissen und mein Erfahrungsschatz enorm erweitert und das ist – wie ich finde – eines der tollsten Dinge, die einem „passieren“ können. Unser Team arbeitet täglich an und mit Innovationen und beschäftigt sich fortlaufend mit neuen Themen. Also, Einrosten ist definitiv ausgeschlossen. Besonders viel Freude bereitet mir persönlich die Entwicklung der Mitarbeitenden für den neuen Bereich der Digitalisierung mit anzustoßen und zu erleben, wie ihr Potenzial aufblüht. 

 

 

 

Was ist in Ihren Augen der größte Mehrwert, wenn es um den Einsatz von Technologien in der Pflege geht?

Wir leben in einem vergleichsweise sicheren Land mit einem hohen medizinischen Standard. Doch in meinen Augen ist unser soziales Gefüge durch unzureichende Ressourcenverteilung im Ungleichgewicht. Diejenigen, die am meisten Schutz, Zuwendung und Unterstützung benötigen, also junge sowie alte Menschen, erhalten dies viel zu oft nicht im notwendigen Maße. Technologie hat dann einen besonders großen Mehrwert, wenn sie Ressourcen für die Menschen „freischaufelt“, die bereit sind zu pflegen, sich zu kümmern und zu sorgen, damit sie ausreichend fördern, wertschätzen und nahe sein können. Pflegende ergreifen diesen Beruf häufig aus Überzeugung, aus einem Gefühl der Verantwortung heraus. Doch man muss ihnen auch die Bedingungen schaffen, dies im Arbeitsalltag realisieren zu können. Technologien sollen daher im Wesentlichen entlasten, nicht ersetzen.   

 

 

 

 

 

 

Welchen Ratschlag würden Sie Gründer:innen im Bereich Digital Care mit auf den Weg geben?

„Das ist aber teuer und was bringt mir das genau?“ Geld und Zeit sind kostbare Ressourcen und wenn es ihnen gelingt, nicht allein analoge Prozesse in digitale umzuwandeln, sondern einen echten Mehrwert im Sinne einer deutlich spürbaren Entlastung zu generieren und vielleicht sogar eine Lücke zu schließen, ist ein guter Anfang getan. Auch sollten Entwickler lernen, die Sprache der Pflegenden zu sprechen und am besten selbst in die Praxis eintauchen und die Adressatinnen und Adressaten von Beginn an einbinden. Es gibt interessierte Pflegekräfte, die sich gerne an Produktentwicklungen beteiligen würden. Und es geht nicht darum, ein Produkt so innovativ und komplex wie möglich zu gestalten. In erster Linie muss es gut verständlich und anwendbar sowie in seiner Funktion verlässlich sein. Und wenn Fragen und/oder Verbesserungsvorschläge von den Nutzenden kommen – einen top Service bieten! Dann wächst der positive Bezug zum Produkt umso deutlicher. 

 

Vielen Dank